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Heidenheimer Abendvorträge zur Klosterkultur

Gesund an Körper, Geist und Seele: Heilkunst und Krankenpflege in mittelalterlichen Klöstern

Termin: 6. April 2016,19.30 Uhr
Ort: Kapellensaal
Referentinnen: Heike Klischat (Gunzenhausen); Dr. Anne Müller (Eichstätt/Heidenheim)
Kosten: keine (Spenden willkommen)

In Kooperation mit dem Diözesanbildungswerk Eichstätt e.V.

Zahlreiche kulturelle Errungenschaften sind den mittelalterlichen Klöstern zu verdanken, und selbst die Fundamente unserer modernen Medizin wurden dort gelegt. In ihren Klöstern bewahrten und studierten Mönche und Nonnen heilkundliche und pharmakologische Werke der Antike. Dort praktizierten sie, schrieben eigene medizinische Bücher, richteten Krankentrakte ein und erlernten die Kunst des ganzheitlichen Heilens. In Klöstern wurden aber nicht nur Ordensmitglieder exklusiv kuriert. Vielmehr wurde dort die breite Bevölkerung medizinisch grundversorgt. Zu den Klosterärzten gingen die Menschen bei Zahnschmerz, Fieber, Pest und Cholera ebenso wie bei Knochenbruch und schwerer Geburt.

Der Vortrag will das Phänomen „Klostermedizin“ von verschiedenen Ecken aus beleuchten. Zur Einführung betrachtet die Historikerin Dr. Anne Müller die räumlichen und architektonischen Voraussetzungen für die Klostermedizin: Welche Teile des Klosters dienten der Krankenpflege? Wie waren die Infirmarien und Hospitäler gebaut, ausgestattet und organisiert? Wie und wo sollten die Klostergärten angelegt sein? Welche Pflanzen und Heilkräuter wurden dort kultiviert? Im zweiten Teil beleuchtet die Heilpraktikerin Heike Klischat die Entwicklung des medizinischen Wissens in den Klöstern. Was wussten die Klosterleute über die Wirkung von Pflanzen und Arzneimitteln? Welche Kenntnis hatten sie vom menschlichen Organismus, von Physiologie und Anatomie? Wiewendeten sie ihr Wissen an? Und warum erlebt gerade heute die Klostermedizin eine Art Renaissance?