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Heidenheimer Abendvorträge zur Klosterkultur

Jan Hus: Warum ein frommer Christ auf dem Scheiterhaufen landete

Termin: 23. November 2016,19.30 Uhr
Ort: Kapellensaal
Referent: Arnd Brummer (Frankfurt/Main)

In Kooperation mit dem Diözesanbildungswerk Eichstätt e.V.

Vor 600 Jahren wurde der böhmische Priester Jan Hus in Konstanz als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er hatte die Vision einer durchschlagenden Kirchenreform. Dass er dabei den Papst nicht als Stellvertreter Christi auf Erden anerkennen wollte, kostete ihn schließlich das Leben. „Wir sind Hussiten“, bekannte hundert Jahre später Martin Luther. Mit seiner Kritik an Kirche und Papsttum trat er direkt in Hus‘ Fußstapfen. Und in Böhmen wurde Hus zum Nationalhelden, weil er die tschechische Sprache sozusagen salonfähig gemacht hatte. Seine tschechisch-sprachigen Predigten stellten im damaligen Prag etwas unerhört Neues dar. Zugleich beförderten sie das Nationalbewußtsein der Tschechen bzw. Böhmen, bis dahin ein „Knechtsvolk“ im Heiligen Römischen Reich.

Mit seinem Vortrag zeichnet Arnd Brummer den spannenden und tragischen Lebensweg des Reformators nach. In kurzweilig-verständlicher Weise wird erklärt, was das Neue an Hus‘ Lehre war und warum er mit seinen Ideen die Kirchenoberen gründlich aus der Fassung brachte. Und Brummer fragt: Was bleibt von dem böhmischen Reformator?

Unser Referent ist Chefredakteur und geschäftsführender Herausgeber von „Chrismon“, dem deutschlandweit gelesenen Monatsmagazin der evangelischen Kirche. Als Journalist, Buchautor und bekennender „deutscher Hussit“ wetzt Brummer gern die Feder an kontroversen Themen im Spannungsfeld von Kirche, Gesellschaft und Staat. Seine Hus-Biographie zeigt, dass der böhmische Reformator eben nicht nur eine kleine Randfigur neben dem scheinbar übermächtigen Luther ist.

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, das Buch „Jan Hus: Warum ein frommer Katholik auf dem Scheiterhaufen endete“ zu erwerben und vom Autor signieren zu lassen.