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Heidenheimer Abendvorträge zur Klosterkultur

"Highlights der Klostermedizin zur Zeit Karls des Großen"

Termin: Mi, 31. Mai, 19.30 Uhr
Ort: Kapellensaal
Referent: Dr. Johannes Mayer (Forschergruppe Medizingeschichte, Würzburg

In Kooperation mit dem Diözesanbildungswerk Eichstätt.

Die Ära Karls des Großen (747-814) gilt als erste Blütezeit der Klostermedizin. In den entstehenden Klöstern wurden die medizinischen Werke der Antike abgeschrieben und studiert; Krankenstuben (Infirmarien) bis hin zu Hospitälern wurden gebaut, in denen die Mönche ihre kranken und altersschwachen Mitbrüder pflegten. Zudem legten die Mönche und Nonnen Kräutergärten an. Um 790 übertrug Karl außerdem den Klöstern die medizinische Versorgung der Bevölkerung. In einem Dekret verordnete er schließlich den Anbau von bestimmten Nutz- und Heilpflanzen.

Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung der Klostermedizin in der Karolingerzeit. An Beispielen wird gezeigt, wie die bereits vom hl. Benedikt in seiner Regula Benedicti geforderte Krankenfürsorge vorangebracht wurde und im Alltag praktisch umgesetzt worden ist. Besonderes Interesse findet das Lorscher Arzneibuch. Verfasst um 795, gilt es als ältestes Buch der abendländischen Klostermedizin überhaupt und gehört heute zum UNESCO-Welterbe.

Dr. Johannes Mayer ist Medizinhistoriker und europaweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Klostermedizin und Pflanzenheilkunde. Er ist Leiter der Würzburger Forschergruppe „Klostermedizin“ und lehrt an den Universitäten Würzburg und Erlangen-Nürnberg. Seine Bücher, darunter „Das großes Handbuch der Klosterheilkunde“, sind Standardwerke der Klostermedizin.