Philosophisches Kolloquium
Ort: Kloster Heidenheim - Benediktensaal
kursnummer: Phil2026 1118
preis: Eintritt frei - Um Spenden wird gebeten
Anmeldung: nicht erforderlich
partner: Akademie für west-östlichen Dialog der Kulturen e.V. - KEB Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Eichstätt
Angesichts der Klimakrise und den ökologischen Herausforderungen stellt sich die Frage zunehmend nach dem Selbstverständnis des Menschen und seiner Stellung in der Welt und im ganzen der Natur. Spätestens mit seiner Schrift „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ hat Max Scheler eine philosophische Anthropologie begründet, wonach der Mensch eine neue Dignität und Würde gewinnt, indem er eine konstitutive Rolle als „Werteverwirklicher“ und „Mitarbeiter“ des „werdenden Gottes“ einnimmt. Damit gelingt es Scheler ein neues Menschenbild zu entwickeln, das angesichts des Anthropozäns und zunehmender religiöser Fundamentalismen uns eine neue Orientierung geben könnte jenseits religiöser, kultureller oder ethnischer Differenzierungen. Scheler gibt eine an der Personalität orientierte ganzheitliche Bestimmung des Menschen in seinem besonderen Selbst,- Welt- und Gottesbezug. Das Menschenbild, das Scheler in seiner Spätphilosophie entwickelt kann mit Blick auf das entfremdete Naturverhältnis fruchtbar gemacht werden und leitend sein für die Begründung einer neuen ökologischen Ethik, die zugleich eine Bewusstseinsänderung verlangt.
Dr. Evrim Kutlu
(*1979) studierte an den Universitäten Istanbul, Bielefeld und Köln Philosophie, Deutsche Philologie und Pädagogik. 2018 promovierte sie im Fach Philosophie an der Universität zu Köln mit einer Arbeit zu Max Schelers Spätphilosophie. (Note 0,7 - magna cum laude). Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Ökologische Ethik; BNE und Nachhaltigkeit, Umweltethik im Unterricht, Philosophische Anthropologie (Max Scheler und Helmuth Plessner), Phänomenologie, Religionsphänomenologie, Philosophie und Fotografie, interkulturelle Philosophie, interkulturelle Pädagogik, Sprachsensibler Unterricht, inklusiver Unterricht. Seit 2016 arbeitet sie als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität zu Köln am Mercator-Institut. Sie ist Geschäftsführerin der Max-Scheler-Gesellschaft e.V. und stellvertretende Geschäftsführerin der Gesellschaft für interkulturelle Philosophie e.V. (weitere Infos: https://mercator-institut.uni-koeln.de/institut/unser-team/sprache-und-profession/evrim-kutlu)
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