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In der Grablege

Der durch die Wunder des heiligen Wunibald und der heiligen Walburga geheiligte Raum der Heidenheimer Klosterkirche hat im Mittelalter Laien und Geistliche bewogen, sich hier beisetzen zu lassen. Hier war man der Fürbitte der Heiligen und der Mönche sicher. Das Kloster war mit dem Beerdigungsrecht ausgestattet und besaß einen eigenen Friedhof auf der südlichen Seite des heutigen Münsters. Einige der künstlerisch wertvollen Grabmale sind uns erhalten geblieben. Sie wurden neuerdings im nördlichen Seitenschiff in einer eigenen Grablege zusammengefasst.

Den Reigen der bedeutenden Grabmale eröffnet ein Wappenstein, der 1968 anlässlich der Tieferlegung des Fußbodens im Auffüllmaterial gefunden wurde. Der Tote, der sich unter dieser Grabplatte beerdigen ließ, wollte sich nicht figürlich in Stein darstellen lassen, sondern war stolz auf das Wappen seiner Familie. Dieses ließ er auf seinen Grabstein meißeln. Es zeigt ein Kreuz mit zwei Flügeln. Man hat nachgewiesen, dass dieses Wappen der Familie der Kropfen von Flügelingen zugehört. Auf dem Flügelinger Berg bei Weimersheim in der Nähe von Weißenburg stand einst die Burg dieser Dienstmannenfamilie. Der Tote unter dieser Grabplatte war wohl von Ahnenstolz erfüllt. Er konnte allen Grund dazu haben, denn ein Ahne aus seiner Familie war einst Marschall des letzten Hohenstaufenkönigs Konradin, der als Jüngling den Traum der Wiedererrichtung des Hohenstaufenreiches verwirklichen wollte, dabei aber Thron und Leben verlor und 1268 auf dem Marktplatz in Neapel in Italien selbst das Opfer seines großen Traumes wurde. Mit ihm wurde auch sein treuer Marschall Kropf von Flügelingen hingerichtet, Einer aus dem Geschlechte der Kropfen war wohl um1350 Abt des Klosters Heidenheim und ihm dürfen wir vielleicht diesen Stein zurechnen.

Die benachbarte Grabplatte zeigt zwei Liegefiguren. Es sind Graf Ulrich von Truhendingen (gestorben 1310) und seine Gemahlin Imagina, eine Nichte des deutschen Königs Adolf von Nassau. Graf Ulrich verstarb schon in der Blüte seiner Jugend und mit ihm eilte das Haus Truhendingen, das lange die Schutzherrschaft über das Kloster gehabt hatte, seinem Ende hier am Hahnenkamm entgegen. Vor seinem Tode stiftete Graf Ulrich noch seine Eigenpfarrei Westheim an das Kloster und erhielt dafür einen Jahrtag und eine Grablege. Der unbekannte Künstler dieses Grabsteins hat den jungen Grafen nicht im Schmuck seiner Waffen dargestellt, sondern voll Empfindsamkeit, fast dem Gefühl erliegend.

Anders begegnet uns der Ritter Wirich von Treuchtlingen auf der nächsten Grabplatte. Hier zeigt sich ein Reichministerialer in seiner vollen Rüstung. Sein Haupt ruht auf einem Topfhelm, die Helmdecke fällt in Falten herab. Kopf und Hals des Ritters sind durch die Brünne geschützt. Am Wehrgehänge unter dem Schild hängen Langschwert und Dolch. Das Kettenhemd und der Waffenrock, Beinschienen und Sporen, alles ist so fein in allen Einzelheiten durchgearbeitet, dass man sagen kann: hier muss ein großer Künstler am Werke gewesen sein. Wahrscheinlich stammt dieser Stein von einem unbekannten Bamberger Meister, vielleicht sogar aus der Schule des Wolfskehlmeisters, der im Dom zu Würzburg und Bamberg hervorragende Bildwerke schuf. Leider war der Grabstein des Wirich von Treuchtlingen bis 1898 in Klosterfriedhof im Freien gelegen und wurde erst in der Erde entdeckt, so dass er von Witterungseinflüssen stark angegriffen wurde.

An die vielen Grabsteine der Laien schließen sich von nicht minder künstlerischem Wert die Gedenksteine der Äbte an. Da kniet Abt Wilhelm von Vestenberg vor dem Erbärmdechristus, da steht Abt Konrad von Burgau in voller Würde, da beten Abt Eberhard und Peter vor der Gottesmutter Maria und Abt Albert Pflant vor dem Auferstandenen. Eine große Zahl lateinischer und deutscher Inschriften ist den vielen Grabplatten beigegeben. Wollten wir die alle studieren, müssten wir stundenlang verweilen. Sie alle künden von den Taten der Klostervorsteher, Klosterverwalter und der Beamten, die später hier im Auftrage des Markgrafen in Heidenheim gewirkt haben. Doch wir haben nicht Zeit, sie alle zu lesen, denn draußen wartet noch der Kreuzgang auf uns.

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